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Die europäische Weltraummission ROSETTA -
Die Erforschung eines Kometen
Wissenschaftlicher Hintergrund
Asteroid Steins aus einer Entfernung von ca. 800km, aufgenommen vom Kamerasystem OSIRIS aus zwei Perspektiven. (Bild: ESA) |
Zum ersten Mal flog eine europäische Raumsonde an einem Asteroiden vorbei. Am Abend des 5. September 2008 passierte die Raumsonde Rosetta der Europäischen Weltraumorganisation ESA den kleinen Himmelskörper in 800 Kilometer Entfernung. Erste Aufnahmen zeigen einen unregelmäßig geformten Asteroiden von im Mittel 5 Kilometern Durchmesser; dies bestätigt Berechnungen im Vorfeld der Beobachtungen. Am Nordpol von Steins ist ein etwa anderthalb Kilometer großer, kreisrunder Einschlagkrater zu sehen; in den Bildern ist Norden oben. Im Verhältnis zur Größe des gesamten Asteroiden ist der Krater so groß, so dass davon ausgegangen werden kann, dass der ihm zu Grunde liegende Einschlag Steins beinahe zertrümmert hat. Auffallend auch eine Kette von mindestens sechs kleineren Einschlagskratern, die sich in abnehmender Größe von Nord nach Süd über die beleuchtete Seite von Steins erstreckt. Eine solche Kraterkette wurde noch auf keinem Asteroiden beobachtet. Die Forschung erhofft sich durch Untersuchungen der kleinen Körper des Sonnensystems wie Asteroiden und Kometen Erkenntnisse über die ersten wenigen Millionen Jahre der Geschichte unseres 4,6 Milliarden Jahre alten Sonnensystems.
Ziele
Asteroid Steins aus einer Entfernung von ca. 800km, aufgenommen vom Kamerasystem OSIRIS aus zwei Perspektiven. (Bild: ESA) |
Rosetta wird das erste Raumfahrzeug der ESA sein, das einen Kometen über einen langen Zeitraum aus nächster Nähe erforschen soll. Nach Eintritt in die Umlaufbahn des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko im Jahre 2014 gibt das Raumfahrzeug einen kleinen Lander auf den eisigen Kern frei. Rosetta wird den Kometen für ungefähr ein Jahr umkreisen, während er sich in Richtung Sonne bewegt. Nach Erreichen des Perihelions (geringster Abstand zur Sonne) wird Rosetta den Kometen ein weiteres halbes Jahr umkreisen. Kometen können wesentliche Informationen über den Ursprung unseres Sonnensystems liefern, weil sie zu den ursprünglichsten Objekten im Sonnensystem gehören und ihre chemische Zusammensetzung sich seit ihrer Entstehung kaum geändert hat. Der Kometenaufbau lässt folglich Rückschlüsse auf den Aufbau des Sonnensystems in seinen Anfängen vor mehr als 4,6 Milliarden Jahren zu. Auf ihrer langen Reise zum Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko holt die Rosetta-Sonde mit mehreren Vorbeiflügen an der Erde zunächst Schwung (Swing-by) und wird auf diesen Bahnen zweimal den Planetoidengürtel (auch Asteroidengürtel genannt) durchqueren, der zwischen den Umlaufbahnen von Jupiter und Mars liegt. Wissenschaftler haben entlang der Flugbahn von Rosetta einige mögliche Planetoiden als Ziele gekennzeichnet. Einer oder mehrere von ihnen werden im Verlauf der Mission für einen nahen Vorbeiflug (Fly-by) ausgewählt.
Zeitablauf der Mission
- Start: 2. März 2004 um 08:17 MEZ
- Erster Erdvorbeiflug (4. März 2005 in 1.900 km Entfernung)
- Rosetta beobachtete am 4. Juli 2005 den Einschlag des Deep Impact Projektils auf dem Kometen Tempel 1
- Erfolgreicher Marsvorbeiflug am 25. Februar 2007 in einer Höhe von 250 Kilometern. Die Experimente wurden aktiviert und die gewonnen Daten werden zur Zeit ausgewertet.
- Zweiter Erdvorbeiflug (15. November 2007)
- Vorbeiflug am Asteroiden Šteins (September 2008)
- Dritter Erdvorbeiflug (November 2009)
- Vorbeiflug am Asteroiden Lutetia (Juli 2010)
- Deep-space hibernation (Mai 2011 - Januar 2014)
- Annäherung an den Kometen (Januar - Mai 2014)
- Kartografierung des Kometen (August 2014)
- Landung auf dem Kometen (November 2014)
- Eskorte des Kometen um die Sonne herum (November 2014 - Dezember 2015)





